Photovoltaik
Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren
Eine Wärmepumpe ist der wirksamste Weg, den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage zu erhöhen, weil sie über das ganze Jahr Strom abnimmt und nicht nur im Sommer. Die Anlage wird deshalb auf den kombinierten Verbrauch ausgelegt, nicht auf den bisherigen Haushaltsstrom. Wer beides plant, sollte es gemeinsam planen und Zählerschrank sowie Elektrik nur einmal anfassen.
Warum die Kombination rechnerisch aufgeht
Eine Photovoltaikanlage ohne zusätzliche Verbraucher speist den größeren Teil ihres Ertrags ein, vergütet mit derzeit 7,70 Cent je Kilowattstunde. Eine Wärmepumpe wandelt genau diesen Überschuss in Wärme um, die sonst mit Gas oder Öl erzeugt worden wäre.
Besonders deutlich wird das in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst: Die Anlage liefert bereits oder noch gut, und geheizt wird trotzdem. Das sind die Wochen, in denen die Kombination am meisten bringt.
Im tiefen Winter fällt der Effekt klein aus. Die Wärmepumpe läuft dann überwiegend mit Netzstrom. Wer etwas anderes verspricht, rechnet nicht ehrlich.
Wie sich die Auslegung ändert
Ein Haushalt ohne Wärmepumpe verbraucht typischerweise ein paar tausend Kilowattstunden im Jahr. Eine Wärmepumpe kann diesen Wert deutlich erhöhen, abhängig von Heizlast, Vorlauftemperatur und Nutzung.
Deshalb gilt: Erst die Heizlast berechnen, daraus den zu erwartenden Strombedarf der Wärmepumpe ableiten, und erst dann die Anlagengröße festlegen. Eine Anlage, die vor der Wärmepumpe nach dem alten Verbrauch ausgelegt wurde, ist danach oft zu klein.
Die Steuerung macht den Unterschied
Zwei Geräte im selben Haus arbeiten noch nicht zusammen. Dafür braucht es einen Energiemanager, der weiß, wie viel gerade erzeugt wird und wohin der Überschuss gehen soll.
- Die Wärmepumpe läuft bevorzugt in Zeiten mit Solarüberschuss, statt nach starrer Zeitsteuerung.
- Der Pufferspeicher wird als Wärmespeicher genutzt: Mittags etwas höher aufheizen, abends davon zehren.
- Die Warmwasserbereitung wird in die Mittagsstunden gelegt.
- Zwischen Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox wird nach Priorität entschieden, nicht nach Zufall.
Reihenfolge und Zeitplan
Beide Vorhaben haben unterschiedliche Förderwege und unterschiedliche Fristen. Die Wärmepumpe läuft über den KfW-Zuschuss, bei dem der Antrag vor Vertragswirksamkeit gestellt sein muss. Die Photovoltaikanlage läuft über die Einspeisevergütung, bei der der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme zählt.
Praktisch bedeutet das: Der Förderantrag für die Heizung steht am Anfang, die Photovoltaikanlage richtet sich nach dem Montage- und Zählertermin. Beides lässt sich parallel führen, wenn man früh damit beginnt.
Was einmal angefasst wird, statt zweimal
Wer beides innerhalb weniger Jahre plant, spart durch die gemeinsame Umsetzung an mehreren Stellen: Der Zählerschrank wird einmal geprüft und gegebenenfalls einmal getauscht, die Leitungswege werden einmal gelegt, die Anmeldung beim Netzbetreiber läuft in einem Vorgang, und die Steuerung wird von Anfang an auf beide Komponenten ausgelegt.
Getrennt umgesetzt fallen diese Positionen zweimal an, und im zweiten Durchgang ist der erste Aufbau oft im Weg.
Quellen
Gesetzeslage, Förderbedingungen und Vergütungssätze ändern sich. Maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.