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Mieterstrom

Solarstrom im Mehrfamilienhaus nutzen

Bei Mieterstrom wird der Strom vom Dach direkt im Gebäude verbraucht, statt vollständig ins Netz zu gehen. Für Eigentümerinnen und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern ist das eine Möglichkeit, die Dachfläche wirtschaftlich zu nutzen.

  • Für Mehrfamilienhäuser und Wohnanlagen
  • Planung inklusive Messkonzept
  • Abstimmung mit dem Netzbetreiber
  • Beratung zu Abrechnung und Betreibermodell

Für wen lohnt sich Mieterstrom?

Für Eigentümerinnen und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, deren Dachfläche ungenutzt ist und in denen mehrere Parteien Strom beziehen. Die Mieterschaft bekommt Strom vom eigenen Dach, die Eigentümerseite nutzt eine Fläche, die sonst nichts abwirft.

Ab etwa sechs bis acht Wohneinheiten wird der Aufwand für Messkonzept und Abrechnung in der Regel tragfähig. Darunter ist oft die einfachere Variante sinnvoller, bei der der Solarstrom nur den Allgemeinstrom deckt.

Wir prüfen vor dem Angebot, welche der beiden Varianten zu Ihrem Gebäude passt.

Was ist der Unterschied zur normalen Photovoltaikanlage?

Technisch wenig, abrechnungstechnisch viel. Bei einer normalen Anlage verbraucht eine Partei den Strom selbst. Bei Mieterstrom wird der Strom im Gebäude an mehrere Parteien geliefert, und daraus entsteht ein Lieferverhältnis mit eigenen Pflichten.

Dazu gehören ein passendes Messkonzept, die Abrechnung je Wohneinheit und die Reststrombelieferung für die Zeiten, in denen die Anlage nicht genug liefert.

Genau diese Punkte entscheiden über den Aufwand, nicht die Modulmenge auf dem Dach.

Wie Mieterstrom funktioniert

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt zunächst die Wohneinheiten im Gebäude. Nur was dort nicht verbraucht wird, geht ins öffentliche Netz.

Die Mieterinnen und Mieter beziehen diesen Strom freiwillig. Ein Anschlusszwang besteht nicht, sie können weiterhin frei wählen.

Was vorab geklärt wird

Mieterstrom ist technisch und organisatorisch aufwendiger als eine Anlage im Einfamilienhaus. Entscheidend sind das Messkonzept, die Zählerstruktur im Gebäude und die Frage, wer die Anlage betreibt und abrechnet.

Diese Punkte klären wir vor der Planung, damit das Projekt am Ende auch betrieblich funktioniert.

  • Prüfung der Dachfläche und der Statik
  • Messkonzept und Zählerstruktur im Gebäude
  • Abstimmung mit dem Netzbetreiber
  • Betreibermodell: selbst betreiben oder verpachten

Für wen sich Mieterstrom eignet

In erster Linie für Eigentümerinnen und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern und für Wohnungsunternehmen mit mehreren Objekten.

Ob sich ein Projekt rechnet, hängt von der Anzahl der Wohneinheiten, dem Verbrauchsverhalten im Haus und der nutzbaren Dachfläche ab. Wir prüfen das im Einzelfall, statt mit Pauschalwerten zu arbeiten.

Zwei Wege, die oft verwechselt werden

Bevor es um Technik geht, fällt eine Grundsatzentscheidung. Beide Wege nutzen dieselbe Anlage, unterscheiden sich aber im Aufwand erheblich.

  • Allgemeinstrom decken: Der Solarstrom versorgt Treppenhaus, Aufzug, Tiefgarage, Wärmepumpe und Heizungsanlage. Kein Lieferverhältnis zu den Mietparteien, kein gesondertes Messkonzept je Wohnung, deutlich einfacher. Der Eigenverbrauch ist begrenzt durch den Allgemeinbedarf.
  • Mieterstrom im engeren Sinn: Die Mietparteien beziehen den Strom direkt. Höherer Eigenverbrauch, dafür Messkonzept je Wohneinheit, Abrechnung und Reststromlieferung.
  • Mischform: Zuerst Allgemeinstrom, später Ausbau zum Mieterstrom, wenn die Anlage und das Messkonzept von Anfang an darauf ausgelegt sind.

Das Messkonzept entscheidet über den Aufwand

Die Anlage speist in einen gemeinsamen Punkt ein, von dem aus der Strom verteilt wird. Was jede Wohneinheit bezogen hat und was davon aus der Anlage stammt, muss messbar getrennt werden.

In Bestandsgebäuden ist das der aufwendigste Teil, weil Zählerplätze, Leitungswege und teilweise die gesamte Zähleranlage angepasst werden müssen. Wir nehmen den Zählerraum deshalb vor dem Angebot auf.

Was wir vor dem Angebot klären

Bei einem Mehrfamilienhaus hängt mehr an der Vorbereitung als bei einem Einfamilienhaus.

  • Eigentumsverhältnisse: Einzeleigentum oder Eigentümergemeinschaft, und welche Beschlüsse nötig sind
  • Dachfläche, Statik und Zustand der Deckung, gegebenenfalls anstehende Dachsanierung
  • Zählerraum: Platz, Zustand und Umbaubedarf
  • Verbrauchsstruktur: Allgemeinstrom, Wohneinheiten, gewerbliche Einheiten
  • Vorhandene oder geplante Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur
  • Wer die Abrechnung übernimmt und wie die Reststromlieferung geregelt wird

Häufige Fragen

Mieterstrom: Ihre Fragen

Nein. Die Teilnahme ist freiwillig. Wer nicht teilnimmt, bezieht weiterhin Strom vom bisherigen Anbieter.

Das hängt vom gewählten Betreibermodell ab. Sie können selbst Betreiber werden oder die Anlage an einen Dienstleister verpachten, der Lieferung und Abrechnung übernimmt.

Welche Variante passt, besprechen wir vor der Planung.

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Der organisatorische Aufwand fällt unabhängig von der Größe an, deshalb tragen größere Objekte ihn leichter. Wir rechnen Ihr konkretes Objekt durch.

Nein. Die Teilnahme ist freiwillig, und niemand kann zum Bezug verpflichtet werden. Wer nicht teilnimmt, bleibt bei seinem bisherigen Stromvertrag.

Für die Wirtschaftlichkeit ist deshalb wichtig, mit welcher Teilnahmequote realistisch zu rechnen ist. Wir rechnen die Anlage nicht auf eine Vollbeteiligung.

Dann wird die Differenz aus dem Netz nachgeliefert. Diese Reststromlieferung ist Teil des Konzepts und muss vertraglich geregelt sein, sonst steht die Versorgung auf wackeligen Füßen.

Wir klären vor der Umsetzung, wer die Reststromlieferung übernimmt und wie sie abgerechnet wird.

Bei einer Eigentümergemeinschaft in der Regel ja, weil das Dach und die Zähleranlage Gemeinschaftseigentum sind.

Wir stellen die Unterlagen bereit, die für die Beschlussfassung gebraucht werden, also Anlagenbeschreibung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Angaben zu den baulichen Eingriffen.

Für Mieterstrom im engeren Sinn meist nicht, weil der Aufwand für Messkonzept und Abrechnung bei zwei Einheiten kaum zu rechtfertigen ist.

Sinnvoller ist dann eine gemeinsam genutzte Anlage mit klarer Regelung zwischen den Parteien oder die Deckung des Allgemeinstroms. Wir sagen Ihnen offen, wenn sich der größere Weg nicht lohnt.

Passt dazu

Weitere Leistungen

Diese Komponenten lassen sich mit Ihrem Vorhaben kombinieren.

Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom dort, wo er gebraucht wird. Wir legen die Anlage auf Ihre Dachfläche und Ihren Verbrauch aus und übernehmen Planung, Montage und Anmeldung.

Stromspeicher

Eine Solaranlage produziert tagsüber, verbraucht wird vor allem morgens und abends. Ein Speicher überbrückt diese Lücke und erhöht den Anteil des selbst genutzten Stroms.

Energiemanager

Je mehr Komponenten zusammenkommen, desto wichtiger wird die Frage, wohin der erzeugte Strom fließt. Genau das entscheidet der Energiemanager, automatisch und in Echtzeit.

Fragen zu Mieterstrom?

Wir sehen uns Ihr Haus und Ihren Verbrauch an und sagen Ihnen offen, was sinnvoll ist. Kostenlos und unverbindlich.