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Energie allgemein

Eigenverbrauch erhöhen: was tatsächlich wirkt

Von Soufian Choua, Geschäftsführer, Woltics GmbH. Zuletzt geprüft am . Lesezeit rund 6 Minuten.

Die wirksamste Maßnahme ist ein zusätzlicher Verbraucher, der über das Jahr verteilt Strom abnimmt, also eine Wärmepumpe. Danach kommt ein Batteriespeicher, der Ertrag vom Tag in den Abend verschiebt. Erst danach lohnen sich Steuerung und Verhaltensänderungen. Die Reihenfolge ist wichtig, weil jede Maßnahme die nächste beeinflusst.

Wo der Eigenverbrauch ohne Maßnahmen liegt

In einem Einfamilienhaus ohne Speicher und ohne zusätzliche Verbraucher bleibt erfahrungsgemäß etwa ein Drittel des erzeugten Stroms im Haus. Der Rest geht ins Netz und wird mit derzeit 7,70 Cent je Kilowattstunde vergütet.

Der Grund liegt im zeitlichen Versatz: Die Anlage liefert am meisten zur Mittagszeit, der Haushalt verbraucht am meisten morgens und abends. Alles, was diesen Versatz verkleinert, erhöht den Eigenverbrauch.

Die Maßnahmen nach Wirkung sortiert

Diese Reihenfolge gilt für ein typisches Einfamilienhaus. Sie kann sich verschieben, wenn das Verbrauchsprofil stark abweicht.

  • Wärmepumpe: der größte Hebel. Sie nimmt über das ganze Jahr Strom ab, besonders in der Übergangszeit, wenn die Anlage noch gut liefert und geheizt wird.
  • Batteriespeicher: verschiebt den Mittagsertrag in den Abend. Hebt den Eigenverbrauch spürbar, wenn das Abendprofil ausgeprägt ist.
  • Wallbox mit Überschussladen: lädt bevorzugt dann, wenn die Anlage liefert. Wirksam, wenn das Auto tagsüber zu Hause steht.
  • Energiemanager: schaltet Verbraucher automatisch in Überschusszeiten und priorisiert zwischen Speicher, Wärmepumpe und Wallbox.
  • Warmwasser elektrisch: ein Heizstab im Pufferspeicher nutzt Überschuss, der sonst eingespeist würde. Günstig in der Anschaffung, aber energetisch weniger effizient als eine Wärmepumpe.
  • Zeitliche Verschiebung: Spülmaschine und Waschmaschine auf die Mittagsstunden legen. Kostet nichts, bringt aber deutlich weniger als die Punkte darüber.

Was wenig bringt

Eine größere Anlage allein erhöht den Eigenverbrauchsanteil nicht, sie senkt ihn sogar: Mehr Erzeugung bei gleichem Verbrauch bedeutet mehr Einspeisung. Sinnvoll ist eine größere Anlage nur zusammen mit einem zusätzlichen Verbraucher.

Auch eine reine Ausrichtung nach Süden ist nicht automatisch die beste Wahl. Eine Ost-West-Anlage liefert weniger Gesamtertrag, verteilt ihn aber gleichmäßiger über den Tag, mit Spitzen morgens und abends. Genau dann verbraucht ein berufstätiger Haushalt Strom. Der Eigenverbrauchsanteil liegt deshalb bei Ost-West oft höher.

Autarkie ist nicht dasselbe wie Eigenverbrauch

Zwei Kennzahlen werden häufig verwechselt. Der Eigenverbrauchsanteil sagt, wie viel des erzeugten Stroms im Haus bleibt. Der Autarkiegrad sagt, wie viel des verbrauchten Stroms aus der eigenen Anlage stammt.

Eine sehr große Anlage hebt die Autarkie und senkt den Eigenverbrauchsanteil. Ein sehr großer Speicher hebt beide, bis er nicht mehr voll wird. Wirtschaftlich zählt der Eigenverbrauchsanteil, weil er die Differenz zwischen Arbeitspreis und Einspeisevergütung realisiert.

Quellen

Gesetzeslage, Förderbedingungen und Vergütungssätze ändern sich. Maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

Über den Autor

Soufian Choua, Geschäftsführer, Woltics GmbH. Führt Woltics seit der Gründung und begleitet Projekte von der ersten Dachprüfung bis zur Inbetriebnahme. Mehr über Woltics

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